Achtmal Qìgōng im Stehen

Achtmal Qìgōng im Stehen, Qìgōng bāzhuāng 气功八桩, ist die vereinfachte Form der traditionellen „13 schützenden Übungen“ shísān tàibǎo 十三太保. Acht verschiedene Haltungen werden nacheinander eingenommen:

  1. duān    - halten
  2. tuī        - schieben
  3. kāi       - öffnen
  4. hé        - schließen
  5. yī         - begrüßen
  6. chā      - stecken
  7. tiāo      - hochheben
  8. zuò      - senken
vorbereiten
1. halten
2. schieben
3. öffnen
4. schließen
5. begrüßen
6. stecken
7. heben
8. senken
beenden
Wáng Zhìzhōng 王志忠: Achtmal Qìgōng im Stehen

Anfänglich ist die Aufmerksamkeit auf die Einnahme der richtigen Haltung gerichtet. Dies gelingt allmählich immer entspannter, d. h. es wird immer weniger Muskelkraft aufgewendet, um in der jeweiligen Position zu verharren. Besonderes Augenmerk ist auf die Gelenke gerichtet, die sich immer mehr öffnen sollen. Gerichtete Aufmerksamkeit und Entspannung erzeugen einen Ruhezustand, der auch auf die Atmung übergreift und sich im Wechselspiel gegenseitiger Beeinflussung zunehmend vertieft.

Aber es geht nicht nur um Entspannung und Ruhe, sondern auch um Kräftigung; eine Kräftigung, die nicht auf dem Training der Muskulatur beruht, sondern auf der zunehmenden inneren Durchlässigkeit und Koordination der sog. „drei Abschnitte und neun Teile“ sowie der allmählichen Verwirklichung der sog. „drei äußeren und drei inneren Übereinstimmungen“.

Achtmal Qìgōng im Stehen ist eine einfache, aber sehr wirksame Qìgōng Übung. „Einfach“ ist diese Übung, da es sich nicht um komplizierte Bewegungsabläufe handelt, sondern um einfach einzunehmende Stände. Sie ist geeignet für Menschen, die das Verharren in einer Haltung der Ausführung eines Bewegungsablaufs vorziehen und sich bei äußerer Bewegungslosigkeit wohl fühlen können. Erst langsam entsteht ein Bewusstsein für das Wechselspiel von äußerer Bewegungslosigkeit und innerer Bewegung bzw. innerer Veränderung.

„Wirksam“ ist diese Übung, da die Aufmerksamkeit von Beginn an auf die Beachtung wichtiger innerer Prinzipien gerichtet werden kann, ohne den Umweg über das Erlernen neuer Bewegungsabläufe zu nehmen.